Biographie

Zeman mladý - Portrét

Karel Zeman

Regisseur, Drehbuchauthor, Künstler
3.11.1910 – 5.4.1989

Nachfolger von Georges Méliès und Zauberer der silbernen Leinwand – so wurde Karel Zeman, geboren in Ostroměř bei Nová Paka in Nordböhmen, oft genannt. Der geniale Filmeffekte-Pionier zählt auch heute als einer der wenigen tschechischen Regisseure zu den herausragendsten Persönlichkeiten der Weltkinematografie.

Schon seit seiner frühen Kindheit liebte er das Puppenschauspiel, er war selbst Mitglied in einem Puppentheaterverein. Trotz seines künstlerischen Talents bestanden seine Eltern darauf, dass er die Handelsakademie in Kolín besucht. Mit 17 Jahren ging er aufgrund einer Zeitungsannonce in die südfranzösische Aix-en-Provence, um dort Werbegrafik zu studieren. In Frankreich ging er gerne ins Kino, er interessierte sich insbesondere für Zeichentrickfilme.

Das so erworbene Wissen nutze er bei seinem ersten Filmversuch, einem animierten Werbefilm für eine Seife. Während seiner Jugend hat er viel gereist, er wanderte Ägypten, Jugoslavien und Griechenland zu Fuß durch.

Nach dem Militärdienst arbeitete er in der Werbebranche. Als Repräsentant des Schuhherstellers Baťa hätte er 1939 für längere Zeit nach Casablanca in Marokko reisen sollen. Eine fehlende Bescheinigung der Protektoratsbehörden hat seine Ausreise jedoch verhindert.

Danach wechselte er nach Brün als Leiter der Werbeabteilung im dortigen Kaufhaus „Dům služeb“. Im Jahre 1943 kam Regisseur Elmar Klos nach Brünn, um dort eine Reportage über einen Reklame-Wettbewerb zu drehen, den Zeman gewonnen hatte. Die Arbeiten Zemans haben Klos so stark beeindruckt, dass es ihm sofort eine Anstellung in den Kudlov-Filmateliers in Zlín anbegoten hat. So begann die berufliche Karriere des berühmten Regisseurs und Filmemachers.

Zeman war oft gezwungen mit schwierigen Bedingungen in den technisch unzureichend ausgestatteten Kudlov-Studios zu kämpfen. Auch seine Mitarbeiter hatten anfänglich nur wenig Filmerfahrung. Alles haben sie sich – wie auch Zeman – nach und nach selbst beibringen müssen. So entstand aber im Laufe der Zeit ein eingespieltes kreatives Team.

Mit „Die Reise in die Urzeit“ kam im Jahr 1955 der Durchbruch für Karel Zeman, es war sein erster Film, in dem Schauspieler-Aktion, Animation und Puppentricks kombiniert waren. Vier Jahre später brachte ihm „Die Erfindung des Verderbens“ Weltruhm – der Streifen wurde sofort in 72 Länder auf der ganzen Welt verkauft und avancierte so zum erfolgreichsten tschechischen Film aller Zeiten.

Zu Zemans engsten Mitarbietern gehörten Filmkomponist Zdeněk Liška, Animator Arnošt Kupčík, Produktionsleiter Karel Hutěčka und auch seine Tochter Ludmila, die seit Die „Abenteuer des Seemanns Sindbad“ die künstlerischen Produktion seiner Filme mitgeprägt hat.

Ende der siebziger Jahre drohte Zeman der Verlust seines Augenlichts, jedoch konnte er die Krankheit besiegen und arbeitete weiter. In den letzten Lebensjahren litt er an Herzproblemen.

Karel Zeman verstarb in Zlín am 5. April 1989.